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News

 

Lang-LKW

 

Pünktlich um 8:00 Uhr, am 10. Februar 2012 verließ der Lang LKW das Betriebsgelände der Spedition Ansorge in Biessenhofen im Allgäu.

Vorangegangen waren viele technische Prüfungen, Anträge, Schulungen und Einweisungen. Bereits im Jahr 2006 hatte Ansorge sich mit dem Thema Lang LKW „vertraut“ gemacht und auf dem Betriebsgelände erste Fahrversuche mit dem Lang LKW durchgeführt.

Theorie ist das Eine – der Praxistest letztlich das Andere.  So war Wolfgang Thoma – Geschäftsführender Gesellschafter von Ansorge - dann auch sehr erleichtert, dass es nach dem offiziellen Start des Feldversuches – in dem 400 Ausnahmegenehmigungen in Deutschland erteilt werden können – endlich los ging. Das lange Warten hatte ein Ende.

Doch vor der ersten Fahrt mussten zahlreiche Formalitäten erfüllt werden. Neben der klaren Definition des Streckennetzes, auf dem die Lang LKW’s in Deutschland / Bayern fahren dürfen, mussten viele Anträge gestellt werden, eine Registrierung bei der Bundesanstalt für Straßenwesen erfolgen (BAST),  ein TÜV-Gutachten für die Fahrzeugkombination erstellt und die Fahrer entsprechend den Vorgaben speziell geschult werden. Polizei, Gutachter, Behörden und Fahrzeughersteller wurden  vor Anfang an mit in das Projekt „Lang LKW“ mit eingebunden um eine möglichst breite Akzeptanz zu erzeugen und in ständigem Austausch mit den jeweiligen Fachgremien einen reibungslosen Einsatz zu erreichen.


Wolfgang Thoma blickt dem Feldversuch optimistisch und äußerst positiv gegenüber. Der Lang LKW – mit seinen 25 m Länge - befördert die Produkte ökonomisch und ökologisch zum seinem Zielort. Dass die Fahrzeugeinheiten zum Kombibahnhof nach München gebracht, um von dort aus auf der Schiene ins Rheinland weiter transportiert werden ist nur einer der positiven Nebeneffekte. „Wir wollen keine Mengen von der Schiene auf die Straße verlagern – sondern mit weniger LKW’s die Kombibahnhöfe bedienen“, so  der Geschäftsführer von Ansorge.  Alle Fahrzeugeinheiten sind für den Kombinierten Verkehr geeignet und verfügen über die erforderlichen Kodifizierungen.
Mit Hilfe der Lang LKW’s gelingt es drei herkömmliche LKW’s durch zwei Lang LKW’s zu ersetzen.

Technische Zusatz- und Sonderausrüstung der LKW’s sind im Verordnungstext ebenso geregelt wie die Kennzeichnung (Konturenmarkierung, Heckkennzeichnung der LKW’s) der 25 Meter langen LKW’s. So verfügen die eingesetzten Fahrzeuge neben ActiveBreak-Assist, ABS, ASR, ESP, Spurhalte-Assistent, RSS auch über eine Kamera zur Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs.

Beim Lang LKW wird an einen Wechselbrücken-LKW eine gelenkte Dolly-Achse angehängt, die einen Standard-Sattelauflieger aufnimmt. Diese Fahrzeugkombination ist in der Lage 18 zusätzliche Europaletten-Stellplätze aufzunehmen. Das zulässige Gesamtgewicht in Höhe von 40 bzw. 44 to (Zu-/Nachlauf Kombinierter Verkehr) verteilt sich dabei auf acht anstatt – wie bei einem konventionellen LKW – auf fünf Achsen.

Ansorge sieht im Einsatz des Lang LKW’s eine Möglichkeit dem Verkehrswachstum der kommenden Jahre zu begegnen, eine Lösung für den in Deutschland vorhandenen Fahrermangel zu bieten und gleichzeitig die Fahrzeugfrequenzen auf den Straßen und auch bei den Verladern zu reduzieren.

Neben den ökonomischen Vorteilen sind es auch ökologische Vorteile, die der Einsatz der Lang LKW’s mit sich bringt. So reduziert sich der Kraftstoffverbrauch pro / Palette um ca. 15 – 30 % sowie die CO2-Emission um bis zu 30 %.

Rundum zufrieden waren dann auch alle Beteiligten bei Ansorge, die auf eine erfolgreiche, erste Einsatzfahrt auf öffentlichen Straßen zurückblicken konnten. Ohne Probleme absolvierte der Lang LKW – gesteuert von Wolfgang Thoma – die vorgeschriebene und freigegebene Fahrtroute zum Kombibahnhof München und zurück.